Warum wir Kaninchen keine Osterhasen sind

Kaninchen sind keine Osterhasen, auch wenn sie häufig als Hasen bezeichnet werden. Die meisten Kinder wissen nicht, dass der Osterhase eigentlich ein Feldhase ist, und diese Hasenart wurde nie zum Haustier domestiziert. Bei den vermeintlichen Häschen im Garten von Familien oder im Zoofachgeschäft handelt es sich daher nicht um Hasen, sondern um Kaninchen.Ursprünglich waren Kaninchen in Spanien und Nordafrika beheimatet. In Spanien wurden sie um 1100 vor Christus von den Phöniziern entdeckt. Diese hielten sie irrtümlich für so genannte Klippschliefer, einer äußerlich dem Murmeltier ähnlichen Tierart, und gaben Spanien deshalb den Namen „Ishapan“ (dt. „Küste der Klippschliefer“). Als die Römer die iberische Halbinsel besetzten, benannten sie „Ishapan“ in „Hispania“ um, und aus diesem Wort entwickelte sich schließlich „Espania“, das heutige Spanien. Genau genommen war Spanien also eigentlich die „Küste der Kaninchen“. In den nachfolgenden Jahrhunderten wurden Kaninchen fast überall auf der Welt als Jagdbeute ausgesetzt und vom Menschen als Fell- und Fleischlieferant gezüchtet.

Kleintiere wie Kaninchen sind in den vergangenen Jahren vor allem bei Kindern zu beliebten Heimtieren geworden. Die Anzahl der Kleintiere in Deutschland ist seit 2001 (5,7 Mio.) auf derzeit über sechs Millionen Tiere gestiegen. „Trotz aller Kuschel-Eigenschaften muss man auch bei Kleintieren wie Kaninchen vor der Anschaffung gründlich prüfen, ob man sie artgerecht unterbringen kann“, mahnt Oechsner. Das Kaninchen beispielsweise sei sehr nagefreudig. Ob Möbel, Teppiche oder Stromkabel, vor seinen Zähnen ist so gut wie nichts sicher. Deshalb sollte es beim freien Herumlaufen nicht unbeaufsichtigt bleiben. Einschließen darf man das Tier aber auch nicht sehr lange. Kaninchen sind Lauftiere und wollen jeden Tag ihre Haken schlagen. Hierzu stellt man ihnen am besten ein Gehege auf dem Balkon, im Garten oder auf einem Stück Rasen zur Verfügung. Ganz besonders glücklich ist das Langohr, wenn man ihm die Gelegenheit zum Graben von Höhlen und Gängen gibt. „Will man ein Kaninchen aus dem Käfig nehmen, muss mit einem Arm von vorne unter den Bauch greifen und das Tier mit der freien Hand vorsichtig festhalten. Kaninchen mögen es nämlich nicht, wenn man sie an den Ohren zieht, weil sie dort sehr empfindlich sind“, erklärt Oechsner. Außerdem seien sie auch sehr schreckhaft. Ein gerade gekauftes Tier dürfe man daher nicht gleich mit Zärtlichkeiten überschütten. Es sollte ruhig ein paar Tage Zeit haben, sich an die neue Umgebung und seine Menschen zu gewöhnen. Durch häufiges Reden und Streicheln könne man jedoch bald sein Vertrauen gewinnen. Viel Heu, ein wenig spezielles Zwergkaninchenfutter sowie ab und zu ein bisschen Frischfutter wie Karotten ergeben zusammen mit täglich frischem Wasser die optimale Versorgung für den vierbeinigen Hausgenossen.

Trotz ihrer zunehmenden Beliebtheit haben Kaninchen nicht die geschichtsträchtige Berühmtheit der Osterhasen erlangt. Der Hase gilt seit der Antike als Symbol der Fruchtbarkeit, die sich im Frühling in der Natur widerspiegelt. Auf Grund seines wechselnden Winter- und Sommerfells deutete ihn der lateinische Kirchenvater Ambrosius als Sinnbild der Auferstehung und Verwandlung. Erste Überlieferungen des eierbringenden Osterhasen finden sich vor über 300 Jahren in den Gebieten Elsass, Pfalz und Oberrhein. Dort war es in manchen Orten an Ostern Brauch, dass die Paten ihre Patenkinder einluden, um mit ihnen bunt angemalte und meist im Garten versteckte Eier zu suchen. Da auch den meisten Stadtkindern bekannt war, dass Hennen keine bunt-verzierten Eier legen können, musste man eine andere Erklärung für den Eierlieferanten finden und erfand den Osterhasen.

Quelle: ZZF

Ein Gedanke zu „Warum wir Kaninchen keine Osterhasen sind

  • 11. März 2008 um 18:18
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    Interessanter Artikel! Mir war gar nicht bewusst, woher die Bezeichnung Osterhase überhaupt kommt! Aber ich hoffe einige nehmen die Tipps für die Kaninchen mit, da es viele Eltern gibt, die Ihren Kindern zu Ostern ein Kanninchen schenken, dieses aber bis zum nächsten Osterfest meist aber gar nicht überlebt.

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