Was kommt in den Hundenapf?

Vom Welpenfutter bis zum Seniorfutter

Gesunde Ernährung liegt voll im Trend und das nicht nur bei uns Menschen. Auch bei unseren Vierbeinern ist die richtige Hundenahrung ein wichtiger Gesundheitsfaktor, denn nur eine abwechslungsreiche Ernährung mit einer ausgewogenen Mischung aus Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten ist die Grundlage für ein langes und unbeschwertes Hundeleben.

Angesichts der großen Auswahl stellt sich für viele Halter die Frage, welche Fütterungsart und welches Futter den Anforderungen für eine gesunde Ernährung ihres Hundes entspricht. Hier gilt: Für jedes Tier muss ganz individuell entschieden werden, denn je nach Rasse, Alter, Gewicht, Gesundheitszustand und Aktivität muss die Zusammensetzung des Futters auf die Bedürfnisse des Hundes abgestimmt sein.

Selbst zubereiten

Befürworter der biologisch artgerechten Rohfütterung (BARF) greifen nicht auf konventionelles Futter aus industrieller Fertigung zurück, sondern möchten selber die Qualität und Zusammensetzung der Mahlzeiten ihres Vierbeiners kontrollieren. Dagegen spricht nichts, sofern grundlegende Kenntnisse rund um die Eigenzubereitung der Hundemahlzeiten vorliegen, denn andernfalls können Fehlernährungen zu schweren gesundheitlichen Beschwerden des Tieres führen.

Rohes Fleisch ist für die meisten Hunde geeignet, da es dem natürlichen Stoffwechsel der Tiere entspricht. Und eins steht fest: Könnte der Hund sein Futter frei wählen, würde seine Entscheidung wahrscheinlich spontan auf BARF fallen. Auch wenn man bei vielen Hunderassen nicht sofort den Wolf als Urahn identifizieren kann, hat Canis lupus Spuren in der Evolution hinterlassen. In jedem Hund steckt noch ein bisschen Wolf. Das Fressverhalten orientiert sich nach wie vor an frischer Beute. Allerdings sollte man beim „Barfen“ darauf achten, dass die Ernährung nicht nur
aus rohem Fleisch besteht. Wichtig sind auch pflanzliche Bestandteile. Der Wolf frisst ganze Tiere mitsamt Innereien, also auch den Mageninhalt mit pflanzlichen Bestandteilen. In dieser Kombination sorgt die Fütterungsmethode für gesunde Knochen, Gelenke, Zähne und ein seidiges Fell.

Für unsere Vierbeiner bedeutet das, dass eine vollwertige und ausgewogene Futterration niemals komplett aus Fleisch bestehen darf. Die Ballaststoffe als pflanzliches Material, aus dem Magen-Darm-Trakt des Beutetieres, müssen zusätzlich unters Futter gemischt werden. Die Zubereitung eines entsprechenden Hundemahls ist also gar nicht so einfach und nimmt einige Zeit in Anspruch.

Hochwertiges Fertigfutter

Wer lieber auf Fertigfutter zurückgreifen möchte, macht im Grunde nichts falsch. Allerdings sollten die Qualitätsunterschiede der Produkte bedacht werden. Wichtig ist die richtige Zusammensetzung des Hundefutters, das eine ausgewogene Mischung aus Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten sowie aus 13 lebenswichtigen Vitaminen und 20 Mineralstoffen sein sollte. Es kommt neben der Menge vor allem auf das richtige Verhältnis der Nährstoffe zueinander an. Auch für Hunde gelten ernährungsphysiologische Standards. Während eine ausschließliche Fütterung mit Muskelfleisch zu einer Fehlernährung führen kann, ist ein zu hoher Getreideanteil oftmals Auslöser von Allergien. Qualitativ hochwertiges Hundefutter – egal ob Trocken- oder Nassfutter – enthält zu großen Teilen Fleisch. Dinge wie Zucker, Geschmacksverstärker oder künstliche Farb- und Aromastoffe gehören nicht ins Fressen. Die Hersteller von Premiumfutter bieten in ihrem Portfolio Alleinfutter an, die man ohne Zusatzmittel verfüttern kann. Hier und da einen Esslöffel Hüttenkäse untergemischt, erhöht das Geschmackserlebnis des Hundes. Und er bekommt noch zusätzlich etwas Gesundes in seinen Napf.

Unterschiede beim Trockenfutter und Nassfutter

Frisst ein Hund ausschließlich Trockenfutter, schont er damit seine Verdauung. Aufgrund des Herstellungsverfahrens werden weniger Futtermengen benötigt. Das Futter ist sehr konzentriert und weist einen geringeren Wassergehalt auf. Gleichzeitig soll es der Zahngesundheit dienen. Allerdings ist dies nicht wissenschaftlich belegt. Auch beim Kotabsatz hat das Trockenfutter Vorteile, denn die Haufen werden deutlich kleiner.
Hunde bevorzugen eher Nassfutter als die trockene Alternative, denn sie mögen den intensiveren
Geruch und Geschmack viel lieber. Allerdings muss der Hund etwa die dreifache Menge fressen, um an den Energiegehalt von Trockenfutter zu gelangen. Das liegt vor allem am hohen Wassergehalt. Während Trockenfutter über eine Restfeuchtigkeit von unter 10 % verfügt, hat Nassfutter nur knapp 20 % Inhaltsstoffe, der Rest ist Wasser.

Futter für alle Lebensphasen

Ein einziges Futter für das gesamte Hundeleben gibt es nicht. Welpen müssen anders ernährt werden als Seniorhunde. Und für kranke Vierbeiner gibt es eine andere Ernährungsform als für gesunde. Sportler haben einen höheren Energiebedarf als gemütliche Rassen. Deshalb ist es wichtig, den Speiseplan individuell auf die Ernährungsbedürfnisse des Hundes abzustimmen. Mit zunehmendem Alter ändert sich beim Welpen der Bedarf an Energie und Nährstoffen. Hinzu kommen das aktuelle Körpergewicht und das zu erwartende Endgewicht der jeweiligen Rasse.
Neben Muttermilch nehmen die Babys gerne spezielle Welpennahrung auf. Dies geschieht bis zur vierten Lebenswoche. Danach kommt die Absetzphase, wobei die Futtermenge langsam auf Normalbedarf gesteigert wird.

In der Hauptwachstumsphase, die der Junghund zwischen dem dritten und siebten Lebensmonat durchlebt, kommt es zu erstaunlichen Wachstumsschüben. In diesem Lebensabschnitt ist die richtige Fütterung enorm wichtig. Die Nahrungszufuhr sollte in den Bereichen Energie, Mineralstoffe und Vitamine abgestimmt sein. Nur so werden spätere Gesundheitsprobleme wie Hüftgelenks- und Ellenbogenerkrankungen, Knorpelschäden im Gelenk oder  Knochenhautentzündung vermieden. Wenn nicht auf ein ausgeglichenes Verhältnis von Calcium und Phosphor geachtet wird, kann es durch eine Über- oder Unterversorgung zu einem negativen Einfluss auf die Entwicklung der Knochen kommen. Im schlimmsten Fall drohen zumeist chronisch verlaufende Erkrankungen des Skelettapparates.

Bei der Fütterung von ausgewachsenen Hunden kommt es auf den jeweiligen Energiebedarf an. Lauffreudige, sportlich ambitionierte Vierbeiner werden anders ernährt als „Couch-Potatoes“. Wenn der Hund das Erwachsenenalter erreicht hat, sollte die Fütterung Routine sein. Auf dem ausgewogenen Fütterungsplan stehen dann Futter mit folgenden Inhaltsstoffen: Proteine, Fette und Öle, Mineralstoffe, Vitamine, Kohlenhydrate und Wasser. Um diese nährstoffliche Ausgewogenheit garantieren zu können, greifen verantwortungsvolle Hundebesitzer grundsätzlich auf Premiumfutter aus dem Zoofachmarkt zurück, der eine große Auswahl an hoch- und vollwertiger Hundenahrung bereithält.

Hochwertige und leicht verdauliche Zutaten sind im Futter für Seniorhunde enthalten. Darüber hinaus ist die Gabe von reichlich Ballaststoffen empfehlenswert. Hunde im fortgeschrittenen Alter benötigen deutlich weniger Protein, Natrium und Phosphor. Eine Reduzierung schont vor allem die inneren Organe. Größere Hunderassen altern schneller als kleinere. Deshalb muss schon frühzeitig an eine Nahrungsumstellung gedacht werden.

Achtung Fettleibigkeit

Übergewicht zählt zu den häufigsten Formen der Fehlernährung bei Hunden. Grund für dieses Problem: Der Körper nimmt mehr Energie über das Futter auf, als er wirklich benötigt. Überschüssige Energie wird dann in Körperfett umgewandelt. Ein übergewichtiger Hund verliert sehr schnell an Lebensqualität und Wohlbefinden. Die Folgen sind Diabetes, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Haut, des Harnsystems und des gesamten Bewegungsapparates. Experten gehen davon aus, dass übergewichtige Hunde eine geringere Lebenserwartung
haben.

Risikofaktoren können Rasse, Geschlecht, Kastration, Alter und Aktivität sein. Der Tierarzt kann da weiterhelfen. Er bestimmt das ideale Gewicht des Hundes. Danach sollte die genaue Futtermenge berechnet werden. Diese Angaben stehen auf der Futtermengentabelle der Verpackung.

Inhaltsstoffe im Hundefutter und ihre Bedeutung

Futtermittelhersteller sind verpflichtet, gewisse Daten zu ihrem Futter auf der Verpackung anzugeben. Doch was bedeuten eigentlich die Angaben zu Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche oder Mineralien, die im Futter enthalten sind?

Rohprotein

Gutes Trockenfutter enthält zwischen 20 und 25 % Rohprotein. Der Gehalt im
Dosenfutter fällt aufgrund des höheren Wassergehalts geringer aus, sollte aber nicht
unter 5,5 % liegen.

Rohfett

Unter Rohfett versteht man die gesamten tierischen wie auch pflanzlichen Fette. Im Trockenfutter reichen ca. 10–14 % Rohfett, im Dosenfutter ca. 1 %, gemessen an der durchschnittlichen Aktivität eines Hundes.

Rohfaser

Gehört zur Gruppe der Ballaststoffe und bezeichnet den Anteil der unverdaulichen Pflanzenbestandteile. Stimuliert und reguliert die Darmtätigkeit. Zwischen 2 und 3,5 % sind im Trockenfutter ideal, im Dosenfutter ca. 0,5 %.

Rohasche

Der Rohaschegehalt ist ein theoretischer Wert, der Auskunft über den unverbrennbaren Rückstand gibt, würde man Futter auf 550 °C erhitzen. Je höher der Rohaschegehalt, desto minderwertiger sind die Inhaltsstoffe.

Fleisch und tierische Nebenprodukte

Das Fleisch stammt aus Abfällen der Schlachtung und kann von hochwertigem Muskelfleisch bis zum minderwertigen Binde- und Sehnengewebe reichen. Hufe, Hörner, Fell und Federn werden als tierische Nebenprodukte deklariert, in der Regel sind diese Produkte gut verwertbar als Kauartikel verarbeitet.

Pflanzliche Nebenerzeugnisse

Dies sind alle Abfallprodukte der pflanzenverarbeitenden Industrien, beispielsweise Kartoffelschalen, Apfelrückstände, Erdnussschalen und Rübenschnitzel, Pressrückstände aus der Ölgewinnung sowie Stroh. Die minderwertigen pflanzlichen Abfälle belasten den Verdauungstrakt der Vierbeiner unnötig.

Calcium und Phosphor

Hauptverantwortlich für Muskelaufbau und Knochenwachstum sind Calcium und Phosphor. Für ein optimales Wachstum ist das Verhältnis von Calcium und Phosphor im Futter entscheidend, das idealerweise bei 1,2 bis 1,4 zu 1 liegen sollte.

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