Schlaf- und Ruhephasen von Hunden

Herumtollen, sich über Wiesen wälzen oder einfach über den Teppich kullern: Als Energiebündel auf vier Pfoten gibt es für den Hund kaum etwas Schöneres als ausgiebig zu toben. Eher schwer fällt da die Vorstellung, dass die Vierbeiner ein sehr ausgeprägtes wie überlebenswichtiges Schlafbedürfnis besitzen.

Wer hätte es gedacht, dass sich in Sachen Schlaf, Hunde und Katzen genetisch sehr ähnlich sind. Beide benötigen sie täglich ausreichend Ruhepausen, um dauerhaft gesund und vital zu bleiben. Und dennoch gibt es zwischen den beiden vierbeinigen Kollegen einen entscheidenden Unterschied: Während Samtpfoten ihrem Verlangen nach Ruhe und Erholung ganz eigenständig nachkommen, indem sie sich einfach zurückziehen, erkennen wedelnde Vierbeiner dieses Bedürfnis zwar, fordern es aber nicht zwingend ein. Der Grund hierfür liegt in der Züchtung der Haushunde und dem menschlichen Anspruch eines stets einsatzbereiten und willigen Tieres an seiner Seite zu wissen. Diese Ambition hat zur Folge, dass die Tiere durch das mögliche Ausbleiben dieser wichtigen Erholungsphasen in einen Übermüdungszustand geraten können. Umso bedeutsamer sind daher der Umgang und die Unterstützung des Hundehalters, die individuellen Ruhe-, Döse- und Schlafpausen seines treuen Freundes zur Gesunderhaltung in ausreichendem Maße zu gewährleisten.

Warum Schlaf und Ruhe lebenswichtig sind

Zwischen 17 bis 20 Stunden täglich döst, ruht und schläft der ausgewachsene Hund. Welpen und alte Tiere benötigen sogar noch mehr Erholungsphasen und kommen auf etwa 22 Stunden pro Tag. Einen Unterschied im täglichen Ruhemodus werden zwischen Leicht- und Tiefschlafphasen gemacht. Ungefähr zehn Stunden täglich machen die eigentlichen Schlafzeiten der Fellnasen aus, den Hauptteil des Tages, etwa zwölf Stunden verbringen sie mit Leichtschlafphasen. Aus diesen kann der Vierbeiner binnen Sekunden in Aktion mit seiner Umwelt treten. Die enorme Bedeutung der tieferen Schlafphasen hängt damit zusammen, dass ausschließlich in diesen Phasen Erlebnisse und Eindrücke des Tages verarbeitet und abgespeichert werden können. Während des Tiefschlafs werden die gesamten Körperfunktionen einschließlich der Gehirnaktivität heruntergefahren.

Heftige Traumkämpfe und wilde Verfolgungsjagden

Wer als Besitzer eines Vierbeiners bereits schon einmal das Schlafphänomen seines Tieres beobachten konnte, wird sich so ab und an ein Schmunzeln sicherlich nicht verkniffen haben. Ohne Zweifel ist es ein lustiger Anblick, befindet sich die geliebte Fellnase im Tiefschlaf und beginnt plötzlich zu zucken, durch die Luft zu laufen, zu strampeln oder eigenartige „Wuff“-Laute von sich zu geben. In dieser Phase ist die Gehirnaktivität der Tiere sehr hoch und es ist wahrscheinlich, dass sie in diesen Momenten ihre Eindrücke des Alltags bewältigen und von Szenen aus ihrem Hundeleben träumen. Häufig wachen sie nach diesen Träumen kurz auf. Hundehalter sollten ihre Zottelschnauze in dieser Schlafsituation nicht unnötig stören und niemals abrupt wecken. Ähnlich wie bei uns Menschen, wäre das Tier durch das unerwartete „Herausreißen“ aus der Traumphase völlig verwirrt und wird im ersten Moment nicht zwischen Realität und Traum unterscheiden können. Im schlimmsten Falle fühlt er sich nun bedroht.

Bevorzugte Ruhepositionen

Variieren die Liegepositionen von Hunden auch auf sehr vielfältige und individuelle Art und Weise, so gibt es unter den Vierbeinern doch eine sehr bevorzugte Ruheposition. Die sogenannte „Kugel“ ist eine solche Schlafstellung, bei der sich die Tiere geradezu zu einem Fellbündel zusammen rollen und ganz gemütlich Wegschnarchen. Bei der halbseitlichen Bauchlage sind die Beine angewinkelt und die Schnauze ist in Richtung des Schwanzes ausgerichtet. Eingeigelt und überaus gemütlich schlafen die Hunde über einen längeren Zeitraum in dieser Position. Betrachtet man das ganze einmal aus evolutionstechnischer Sicht, dann wird eines schnell deutlich: Diese Liegevariante garantiert ihren wilden Artgenossen zum einen, dass möglichst viel Körperwärme verbleibt und gehalten wird, zum anderen wird der Bauchbereich und damit wichtige Organe vor potenziellen Feinden geschützt. Da erschließt sich auch schnell, warum ein rundes oder ovales Hundebett bei einigen Hunden besonders beliebt ist. Eine weitere Variante, die zeigt, wie wohl und sicher sich der Hund fühlt, ist das Schlafen in Rückenlage, sodass der blanke Bauch präsentiert wird. Vorder- und Hinterläufe erschlaffen und hängen ganz locker nach unten. Oft lehnen die Tiere dabei an Zimmerwänden oder einem Hundekissen, um ihre Position zu stabilisieren. Und dann wäre da ja auch noch das Einkuscheln und Schlafen unter einer Hundedecke. In einem geeigneten Hundekorb oder Hundebett und ausgestattet mit einer behaglichen Decke oder einem bequemen Kissen, lässt es sich für ein Nickerchen ganz prima einmümmeln. Bei der Auswahl vom richtigen Hundeschlafplatz sollten natürlich die Größe und Vorlieben des individuellen Hundes beachtet werden.

Schnarchender Fellliebling

Nicht selten kommt es vor, dass Hunde während des Schlafens schnarchen. Doch hier gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen den Tieren, die als sogenannte Schlaf-Schnarcher ausschließlich in den Traum- und Tiefschlafphasen ihre Knattergeräusche zum Besten geben und denen, die als Handicap-Schnarcher vorübergehend oder auch dauerhaft eine gewisse Geräuschkulisse bilden. Bei Letzteren können die Ursachen durch eine Erkältung hervorgerufen sein und blockierte Nasenwege diese eher zeitweise bedingte Beeinträchtigung bewirken. Kurzschnäuzige Rassen hingegen, bei denen zuchtbedingt die Atmung fortwährend beeinträchtigt ist, zählen zu den sogenannten Dauer-Schnarchern.

Schlafmangel und seine Folgen

Dass Schlaf und Ruhe für die vierbeinigen Freunde lebenswichtig sind, belegen entsprechende Studien. So zeigen sich übermüdete Hunde zunächst hyperaktiv und nervös. Im weiteren Verlauf werden die Tiere zunehmend unkonzentrierter mit motorischen Auffälligkeiten. Wer als Hundehalter diese Anzeichen ignoriert, riskiert durchaus Erkrankungen des treuen Gefährten. Neben Hauterkrankungen können Autoimmunreaktionen und Allergien die Folge sein. Ein wachsames Auge des Tierbesitzers auf das ausreichende Ruhebedürfnis der Fellnase ist daher ein Muss.

Optimale Voraussetzungen schaffen

Natürlich beschränkt sich ein gesunder Hundeschlaf nicht nur auf die Einhaltung der für die Vierbeiner so wichtigen Ruhephasen, auch die Rahmenbedingungen für einen erholsamen Schlaf müssen geschaffen sein. So sollte die Wahl eines geeigneten Schlafplatz-Standortes darauf ausgerichtet sein, dass das Tier nicht durch permanenten Trubel gestört und durch ständig neue Reize wachgehalten wird. Es ist ratsam, das Hundebett oder den Hundekorb zugluftsicher in einer ruhigen Ecke ohne Spielzeug oder anderer Anreize aufzustellen. Als Gewohnheitstiere macht es sehr viel Sinn, für den vierbeinigen Freund feste Schlafenszeiten einzurichten. Als ideal erweisen sich auch mehrere Schlafplätze, zwischen denen der Hund nach Belieben wechseln kann.

Hundekorb oder Hundebett

Sicherlich gibt es keine pauschale Antwort auf die Frage, welcher der Schlafplatzmöglichkeiten für den Vierbeiner der passende ist. Bei der Auswahl sind eher individuelle aber auch gesundheitliche Aspekte zu berücksichtigen. Häufig besitzen Hundekörbe mit einem gemütlichen Hundekissen zum Schmusen für junge Tiere und Welpen aufgrund des erhöhten Randes eine gewisse schützende Funktion und geben ihnen das Gefühl von Sicherheit. Auch für ängstliche Vierbeiner kann ein Hundekorb aus eben diesen Gründen die durchaus bessere Wahl sein, stets vorausgesetzt, der Korb bietet den Tieren genügend Platz zum Ausstrecken. Besonders große Hunde sind dagegen in einem Hundebett oder auf einem Hundekissen gut aufgehoben, denn hier können sich die Fellnasen der Länge nach ausbreiten. Doch für welches bevorzugte Modell man sich auch entscheiden mag, wichtig bei der Auswahl ist es, auf Qualität, Langlebigkeit, die einfache
Handhabung bei der Reinigung und auf einen hohen Liegekomfort für den Hund zu achten. Denn ist der Schlafplatz zu hart, können unangenehme Druckstellen und Hautreizungen entstehen, ist er hingegen zu weich, findet der Hund beim Aufstehen zu wenig Halt. Für die nun erforderliche Balance, werden die Gelenke sehr stark beansprucht, was besonders älteren Tieren Schwierigkeiten bereiten kann.

Quelle: HTJ (117/17), verändert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.